Bundesgesetzblatt  Bundesgesetzblatt Teil II  1955  Nr. 7 vom 25.03.1955  - Seite 295 bis 300 - Gesetz betreffend das am 23. Oktober 1954 in Paris unterzeichnete Abkommen über das Statut der Saar

Gesetz betreffend das am 23. Oktober 1954 in Paris unterzeichnete Abkommen über das Statut der Saar Nr. 7 – Tag der Ausgabe: Bonn, den 25. März 1955 295 Gesetz betreffend das am 23. Oktober 1954 in Paris unterzeichnete Abkommen über das Statut der Saar. Vom 24. März 1955. Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlossen: Artikel 1 Dem am 23. Oktober 1954 in Paris unterzeichneten Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über das Statut der Saar nebst den Schriftwechseln vom gleichen Tage wird zugestimmt. Artikel 2 Das Abkommen und die Schriftwechsel werden nachstehend veröffentlicht. Der Tag ihres Inkrafttretens ist im Bundesgesetzblatt bekanntzugeben. Artikel 3 Dieses Gesetz* tritt am Tage nach seiner Verkündung in Kraft. Die verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrates sind gewahrt. Das vorstehende Gesetz wird hiermit verkündet. Bonn, den 24. März 1955. Der Bundespräsident Theodor Heuss Der Bundeskanzler und Bundesminister des Auswärtigen Adenauer Der Bundcsministei für Wirtschaft Ludwig Erhard 296 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1955, Teil II Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über das Statut der Saar Accord conclu entre le Gouvernement de la Republique Federale dAllemagne et le Gouvernement de la Republique Francaise sur le Statut de la Sarre Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und Die Regierung der Französischen Republik, die letztere, nachdem sie die Saarländische Regierung konsultiert und nachdem sie deren Zustimmung erlangt hat, sind in dem Bestreben, die saarländische Wirtschaft in weitestem Umfang zu entwickeln und jeden Anlaß zu Streitigkeiten in den gegenseitigen Beziehungen zu beseitigen, über folgende Grundsätze einig geworden, die die Grundlage einer Lösung der Saarfrage bilden werden. I. Ziel der ins Auge gefaßten Lösung ist es, der Saar im Rahmen der Westeuropäischen Union ein europäisches Statut zu geben. Nachdem dieses Statut im Wege der Volksabstimmung gebilligt worden ist, kann es bis zum Abschluß eines Friedensvertrages nicht mehr in Frage gestellt werden. II. Ein europäischer Kommissar nimmt die Vertretung der Saarinteressen auf dem Gebiet der auswärtigen Angelegenheiten und der Verteidigung wahr. Der Kommissar überwacht ferner die Beachtung des Statuts. Der Kommissar wird vom Ministerrat der Westeuropäischen Union ernannt. Er ist diesem Rat verantwortlich Der Kommissar dart weder Franzose noch Deutscher noch S-^ri^n J~- n Bei der Mehrheit, mit der er ermnnt v.irri mv;.-«-^,-, r--*, die Stimmen Frankreichs und der Bundesrepublik Deutschland befinden; auch die Zustimmung de* Saar ist erforderlich. Der Kommisser unterbreitet jährlich dem Minisieuct einen Rechenschaftsbericht, der von diesem der Versammlung der Westeuropäischen Union zugeleitet wird. Soweit der Ministerrat in Bezug auf das Saarstatut Aufgaben zu erfüllen hat. enscheidet er mit einlacher Mehrheit III Die beiden Regierungen werden den arideren beteiligten europäischen Regierungen vorschlagen, die Wahrnehmung der Interessen der Saar bei den europäischen Organisationen folgendermaßen zu regeln: a) Europarat: 1) Ministerkomitee: Der Kommissar nimmt an den Sitzungen mit beratender Stimme teil. 2) Beiatende Versammlung: Saarländische Vertretung unverändert. b) Montangemeinschaft: 1) Besonderer Ministerrät: a– wenn die Außenminister tagen, wird die Saar durch den Kommissar vertreten; b–wenn andere Minister tagen, wird die Saar mit Stimmrecht durdi ihren zuständigen Minister vertreten. Le Gouvernement de la Republique Federale dAllemagne, Le Gouvernement de la Republique Francaise, apres avoir consulte le Gouvernement sarrois et recueilli son assentiment, soucieux de donner ä leconomie sarroise le plus large developpement possible et de faire disparaitre toute occasion de litige entre eux, sont convenus des prineipes suivants qui formeront la base dune Solution de la ques-tion sarroise. I. Lobjet de la Solution envisagee est de donner ä la Sarre un Statut europeen dans le cadre de lUnion de lEurope Occidentale. Apres approbation par referendum, ce Statut ne pourra pas, jusquä 1 Intervention dun traite de paix, etre remis en cause. IL Un commissaire europeen assurera la representation des interets de la Sarre dans le doinaine des affaires exterieures et de la defense. Le Commissaire sera egale-ment charge de veiller au respect du Statut. Le Commissaire sera nomme par le Conseil des Ministres de lUnion de lEurope Occidentale. II sera responsable devant ce Conseil. Le Commissaire ne devra etre ni Francais, ni Allemand.. n Sarrois. La majorile qui assurera son elec-lion devra comprendre necessarement les voix de ia France et de a Republique Fedcräle d Allemagnc; i i^sen-timent de la Sarre sera egaleinent necessaiie Le Commissaire soumettra ar.nuellement un rapport sur ses activites au Conseil des Minisrt-s qui h t-üiis-mettra ä 1 Assemblee de lUnion de 1 Eurcpe Occ.dentale. Dans lexercice de ses responsabilites a lenard du sldtut de la Sarre, le Ccnse:! des Ministres pie^rl-d ses decisions ä la majorite. III Les deux Gouvernements proposeiont aux autres Gouvernements europeens interesses que la repiesenta-tion des interets de la Sarre aupres des organisations europeennes soit assuree comme suit: a) Conseil de lEurope: 1) Comife des Ministres: le Commissaire y sn-gera avec voix consultative. 2) Assemblee consultative: representation sairoise sans changement. b) Communaute Europeenne du Chaibon et de lAcier: 1) Conseil special des Ministres: a–quand siegeronl les Miristres des Affaires Etrangeres la Sarre sera represenlee par le Commissaire; b – quand siegeront dautres Ministres, la Sarre sera representee avec voix deliberative par son Ministre competent. Nr. 7 – Tag der Ausgabe: 2) Gemeinsame Versammlung: drei Abgeordnete werden vom Saarlandtag gewählt. Die französische Vertretung bleibt zahlenmäßig den Vertretungen Italiens und der Bundesrepublik Deutschland gieich, wie es in Artikel 21 des Vertrages über die Gründung der Montangemeinschaft vorgesehen ist. c) Westeuropäische Union: 1) Ministerrat: Der Kommissar nimmt an den Sitzungen mit beratender Stimme teil. 2) Parlamentarische Vertretung: Die Versammlung der Westeuropäischen Union umfaßt die saarländischen Delegierten zur Beratenden Versammlung des Europarates IV. Die beiden Regierungen werden vorschlagen, daß die Teilnahme der Saar an der europäischen Verteidigung durch einen im Rahmen der Westeuropäischen Union geschlossenen Vertrag festgelegt wird, und daß in Fragen, die die Saar betreffen, SACEUR stets in enger Zusammenarbeit mit dem Kommissar handelt. V. Auf allen Gebieten, auf denen das Statut nicht ausdrücklich die Zuständigkeit des Kommissars vorsieht, sind die Regierung und die Organe der Saar ausschließlich zuständig. VI. Die politischen Parteien, die Vereine, die Zeitungen und die öffentlichen Versammlungen werden einer Genehmigung nicht unterworfen. Sobald das Statut durch Volksabstimmung gebilligt ist, kann es bis zum Abschluß eines Friedensvertrages nicht in Frage gestellt werden. Jede von außen kommende Einmischung, die zum Ziele hat, auf die öffentliche Meinung an der Saar einzuwirken, insbesondere in Form der Beihilfe oder der Unterstützung für politische Parteien, für Vereinigungen oder die Presse, wird untersagt. VII. Nimmt die Saalbevölkerung das gegenwärtige Statu!: durch Volksabstimmung an, so hat dies nachstehende Verpflichtungen für die Saar zur Folge: a) Die Saarregierurig muß die Bestimmungen des Statuts einhalten; b) es muß alles Erforderliche geschehen damit die verfassungsmäßigen Oryane der Saar an der saarländischen Verfassung die durch die Annahme des europäischen Statuts notwendig gewordenen Änderungen vornehmen; c) die Saaireyierung hat innerhalb einer Frist von drei Monaten nach der Volksabstimmung die Wahl eines neuen Landtags herbeizuführen. VIII. Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs verpflichten sich, das Statut der Saar bis zum Abschluß eines Friedensvertrages aufrechtzuerhalten und i zu garantieren. Die beiden Regierungen werden die Regierungen des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten \on Amerika bitten, eine gleichartige Verpflichtung einzugehen. IX. Bestimmungen über die Saar in einem Friedensvertrag unterlisgen im Wege einer Volksabstimmung der Billigung durch die Saarbevölkerung; diese muß sich hierbei ohne irgendwelche Beschränkungen aussprechen können. Bonn, den 25. März 1955 297 2) Assemblee commune: trois delegues seront ehr. par le Parlement sarrois. La delegation de la France ^estera egale en nombre ä celle de lItalie et de la Republique Federale dAlle-magne, comme prevu a larticle 21 du Traite instituant la C.E.C.A. c) Union de lEurope Occidentale: 1) Conseil des Ministres: le Commissaire y siegera avec voix consultative. 2) Contröle parlementaire: 1 Assemblee de lUnion de lEurope Occidentale comprendia les delegues sarrois ä lAssemblee Consultative du Conseil de lEurope. IV. Les deux Gouvernements proposeront que la partici-pation de la Sarre ä la defense europeenne soit definie par un traite conclu dans le cadre de lUnion de lEurope Occidentale et que, pour les questions concernant la Sarre, SACEUR agisse toujours en stricte Cooperation avec le Commissaire. V. Le Gouvernement et les autorites sarroises seront exclusivement competents dans tous les domaines oü le Statut ne prevoit pas expressement la competence du Commissaire. VI. Les partis politiques, les associations, les journaux et les reunions publiques ne seront pas sujets ä autorisation. Une fois le Statut approuve par la voie du referendum, il ne pourra pas etre remis en cause jusqu"ä lintervention dun traite de paix. Toute immixtion venant de lexterieur ayant pour objet dagir sur lopinion publique en Sarre, notamment sous forme daide ou de subventions aux partis politiques, aux associations ou ä la presse, sera interdite. VII. Lacceptaiion par le peuple sarrois du present Statut par voie de referendum entrainera pour la Sarre les obh-gations suivantes: a) le Gouvernement sarrois devra se conformer aux dispositions du Statut. b) toutes dispositions devront etre prises pour que soient apportes ä la Constitution sarroise par les organes constitutionnels sarrois. les amendements rendus neces^aircs par ladoption du Statut europeen, c) le Gouvernement sarrois fera proceder dans un delai de trois mois apres le referendum ä lelection d une nouvelle diete. VIII. *Les Gouvernements de la Republique Federale d Alle-magne et de la France sengageront ä soutenir et ä garantir le Statut de !a Sarre jusquä la conclusion dun traite de paix. Les deux Gouvernements äemanderont aux Gouvernements du Royaume-Uni et des Etats-LInis d Ameiique de prendre un engagement similairc. IX. Les dispositions qui pourront etrs prises en ce qui con-cerne la Sarre dans un traite de paix seront soumises, par voie de referendum, ä lapprobaiion de la populaiion sarroise qui devra pouvoir se prononcer sans aueune restriction. 298 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1955, Teil II X. Die in Artikel I vorgesehene Volksabstimmung findet drei Monate nach Inkraittreten der Bestimmungen, die im ersten Absatz von Artikel VI vorgesehen sind, statt. XI. Die beiden Regierungen werden gemeinsam alle Anstrengungen machen, die notwendig sind, um der saar-lündischen Wirtschaft Entwicklungsmöglichkeiten im weitesten Umfange zu geben. XII. A – Die Grundsätze, auf denen die französisch-saar-ländische Wirtschafts-Union gegenwärtig beruht, werden in ein Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit aufgenommen, das zwischen Frankreich und der Saar abgeschlossen wird und den folgenden Bestimmungen Rechnung trägt. B – Bezüglich der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Saar ist das Ziel zu erreichen, gleichartige Beziehungen zu schaffen, wie sie zwischen Frankreich und der Saar bestehen. Dieses Ziel ist fortschreitend in der Blickrichtung auf die sich ständig ausweitende deutsch-französische und europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verwirklichen. Auf dem Währungsgebiet bleibt die derzeitige Regelung bis zur Schaffung einer Währung europäischen Charakters in Kraft. Die fortschreitende Erweiterung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Saar darf die französisch-saarländische Währungsunion und die Durchführung des französisch-saarländischen Abkommens über die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht in Gefahr bringen. Dabei ist so vorzugehen, daß die Errichtung einer Zollgrenze zwischen Frankreich und der Saar nicht erforderlich wird. Der etwaigen Notwendigkeit, bestimmte Zweige der Saarindustrie zu schützen, ist Rechnung zu tragen. C – In nächster Zeit werden Maßnahmen zur Erweiterung des Wirtschaftsverkehrs zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Saar getroffen, um dem Bedarf beider Länder an den Erzeugnissen des anderen Landes Rechnung zu tragen. D – Zwischen Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und der Saar werden Abkommen geschlossen, um die in den Absätzen B und C niedergelegten Grundsätze zu verwirklichen. In diesen Abkommen ist der Notwendigkeit Rechnung zu tragen, daß die Bilanz des laufenden Zahlungsverkehrs zwischen dem Gebiet des französischen Franken und dci Bundesrepublik Deutschland nicht schwer beeinträchtigt wird; hierbei sind jedoch die Gegebenheiten des Wirtschaftsverkehrs zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Saar zu berücksichtigen. E – Die Saar wird für de Verwaltung sämtlicher Kohlenvorkommen der Saar einschließlich des Warndt sowie der von den Saarbergwerken verwalteten Grubenanlagen Sorge tragen. XIII. Die beiden Regierungen werden den übrigen Mitgliedregierungen der Europäischen Gemeinsdiaft für Kohle und Slahl empfehlen, den Sitz dieser Gemeinschaft nach Saarbrücken zu legen. XIV. Das vorliegende Abkommen wird dem Ministerrat der Westeuropäischen Union übermittelt, damit dieser es zur Kenntnis nehmen kann. Die beiden Regierungen werden die anderen Mitgliedregierungen der Westeuropäischen Union bitten, diejenigen Bestimmungen des vorliegenden Abkommens zu billigen, die ihrer Zustimmung bedürfen. Adenauer Mendes-France X. Le referendum prevu ä larticle I öuiö heu tro;s :i;üi< apres lentree en vigueur des dispositions prevur-s uii piemier alinea de larticle VI ci-dessus. XI. Les deux Governements feront en commun tous les efforts necessaires pour donner ä leconomie sarroise le plus large developpement. XII. A – Les prineipes sur lesquels se fonde actuellement lunion franco-sarroise seront repris dans une Convention de Cooperation economique conclue entre la France et la Sarre, qui tiendra compte des dispositions suivantes; B – En ce qui concerne les relations economiques entre la Republique Federale dAllemagne et la Sarre, le but ä atteindre est de creer des relations semblables ä celles qui existent entre la France et la Sarre. Ce but devra etre atteint progressivement dans la perspective du developpement de la Cooperation economique franco-allemande et europeenne en expansion continue. Dans le domaine de la monnaie, le reglement actuel restera en vigueur jusquä la creation dune monnaie de caractere europeen. Lelargissement progressif des relations economiques entre la Republique Federale dAllemagne et la Sarre ne devra mettre en peril ni lunion monetaire franco- sarroise, ni lexecution de la Convention franco-sarroise de Cooperation economique. -II sera fait en sorte que letablissement dun cordon douanier entre la France et la Sarre ne soit pas neces-saire, et il sera tenu compte eventuellement de la neces-site de proteger certaines branches de lindustrie sarroise. C – Dans limmediat, des dispositions seront prises pour augmenter les echanges entre la Republique Federale dAllemagne et la Sarre afin de tenir compte des besoins de chaeun des deux pays en produits provenant de lautre. D – Des aecords seront conclus entre la France, la Republique Federale dAllemagne et la Sarre, en vue de meitre en ceuvre les prineipes vises aux paragraphes B et C. Dans ces aecords, il sera tenu compte de la necessite de ne pas affecter gravement la balance des paiements courants entre la ione franc et la Repuuüque Federale dAllemagne, la Situation des echanges entre ce demier pays et la Sarre etant cependant prise en consideration. E – Le Sarre assurera la gestion de 1ensemDle des gise-ments houilliers sanois et du Warndt ainsi que des instal-lations minieres gerees par les Saarbergwerke. XIII. Les deux Gouvernements recoinmanderont aux autres Gouvernements, membres de la Communaute Europeenne du Charbon et de lAcier, detablir le siege de la Communaute ä Sarrebrück. XIV. Le present aecord sera porte ä la connaissance du Con-seil des Ministres de lUnion de lEurope Occidentale, afin que celui-ci puisse en prendie acte Les deux Gouvernements demanderont aux autres Gouvernements, membres de lUnion de lEurope Occidentale, dapprouver les dispositions du present accoid qui requierenl leur assentiment. Mendes-France Adenauer Nr. 7 – Tag der Ausgabe: Bonn, den 25. März 1955 299 Schreiben des Ministerpräsidenten und Ministers des Auswärtigen der Französischen Republik an den Bundeskanzler vom 23. Oktober 1954 betreuend die Zulassung von Filialen deutscher Banken und von deutschen Versicherungsgesellschatten an der Saar sowie Schreiben des Bundeskanzlers an den Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen der Französischen Republik vom 23. Oktober 1954 betreuend die Bestätigung des Schreibens. Le President du Conseil Ministre des Affaires Etrangeres Paris, le 23 octobre 1954 Monsieur le Chancelier, Au cours des pourparlers que nous avons eus au sujet du reglement du probleme sarrois, vous avez aborde la question de ladmission de filiales de banques allemandes et de societes dassurances allemandes dans la Sarre. Jai lhonneur de vous faire savoir que les autorites francaises competentes pour ladmission des banques re-cevront pour Instructions dexaminer dans un esprit de Cooperation, les demandes eventuelles des banques allemandes. Dautre part le Gouvernement francais sentremettra aupres du Gouvernement sarrois pour que celui-ci examine egalement dans un esprit de Cooperation les demandes eventuelles des compagnies dassurances allemandes. Veuillez agreer, Monsieur le Chancelier, les assurances de ma tres haute consideration. Mendes-France Paris, den 23. Oktober 1954 An den Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen der Französischen Republik Herrn Pierre Mendes-France Pari £ Herr Präsident, Ich beehre mich, Ihnen den Empfang Ihres heutigen Schreibens mit folgendem Inhalt zu bestätigen: "Im Laufe der Besprechungen, die wir über die Regelung der Saarfrage geführt haben, haben Sie die Frage der Zulassung von Filialen deutscher Banken und von deutschen Versicherungsgesellschaften an der Saar angeschnitten. Ich beehre mich, Ihnen mitzuteilen, daß die für die Zulassung von Banken zuständigen französischen Behörden die Anweisung erhalten werden, etwaige Anträge dei deutschen Banken in einem Geiste der Zusammenarbeit zu prüfen. Ferner wird sich die französische Regierung mit der saarländischen Regierung mit dem Ziele ins Benehmen setzen, daß diese etwaige Anträge deutscher Versicherungsgesellschaften ebenfalls in einem Geiste der Zusammenarbeit prüft." Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung. Adenauer U Schreiben des Ministerpräsidenten und Ministers des Auswärtigen der Französischen Republik an den Bundeskanzler vom 23. Gktober 1954 betreffend die Aufhebung der Sequester an der Saar sowie Schreiben des Bundeskanzlers an den Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen der Französischen Republik vom 23. Oktober 1954 betreffend die Bestätigung des Schreibens. Paris, le 23 octobre 1954 Monsieur le Chancelier, Au cours des pourparlers que nous avons eus au sujet du reg.eruent du probleme sarrois, vous avez aborde ia question des sequestres qui existent encore er. Sarre. Jai lhonneur de vous faire savoir que ces sequestres seront liquides avant le referendum sur le Statut europeen de la Sarre. Veuillez agreer, Monsieur le Chancelier, lexpression de ma tres haute consideration. Mendes-France Paris, den 23. Oktober 1954 An den Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen der Französischen Republik Herrn Pierre Mendes-France Paris Herr Präsident, Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ihres heutigen Schreibens mit folgendem Inhalt zu bestätigen: "Im Laufe der Besprechungen, die wir über die Regelung der Saarfrage geführt haben, haben Sie die Frage der an der Saar noch bestehenden Sequester angeschnitten. Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß diese Sequester vor der Volksabstimmung über das europäische Statut der Saar aufgehoben werden." Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung. Adenauer 300 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1955, Teil II ;// Schreiben de Ministerpräsidenten und Ministers des Auswärtigen der rruiizüsisdien Republik an den Bundeskanzler vom 23. Oktober 1954 betreuend die Übersendung einer Abschritt des Brieies des iranzösischen Ministerpiäsidenten an Präsident Holimann sowie Schreiben des Bundeskanzlers an den Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen der Französischen Republik vom 23. Oktober 1954 betreuend Bestätigung des Schreibens. Le President du Conseil Ministre des Affaires Etrangeres Paris, le 23 octobre 1954 Monsieur le Chancelier, Jai lhonneur de vous communiquer, ci-joint, la copie dune lettre que jadresse ce jour ä Monsieur le President Hoffmann/. Veuillez agreer, Monsieur le Chancelier, les assurances de ma tres haute consideration. Mendes-France Son Excellence Monsieur Adenauer Chancelier de la Republique Federale dAllemagne Paris, den 23. Oktober 1954 Lettre adresse par le President du Conseil Francais au President Hoffmann, qui lui adresse, le meme jour, une lettre analogue. Paris, le 23 octobre 1954 Monsieur le President, Far votre lettre en date de ce jour, vous avez bien vöjIu me faire savoir que les representants du Gouvernement Sarrois au Conseil des Mines recevront, sans dela\ pour Instruction dadopter en covnniun. avec !es representants du Gouvernement francais, les dispositions suivantes: a) les questions de personnel et les affaires sociales ssront toujours confices ä une peisonnalite sar-rose appartc-nant au Comit^ de D:ier hon des Saai-bergwsrke, b) toutes mesures seront prises pour rendre croissänte la proportion de sarrois dans le personnel apparte-nant aux cadres administratif et technique des Saar-bergwerke, ä tous les echelons de la hierarchie. Ces dispositions sont prises dans e cadre de la poHtique du Gouvernement francais qui tend a laiss?r progresswe-ment ä la Sarre, dans tous les domaines, rentiere respon-sabilite des Mines. Veuillez agreer, Monsieur le President, les assurances de ma tres haute consideration. sig. Mendes-France An den Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen der Französischen Republik Herrn Pierre Mendes-France Paris Herr Präsident, Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ihres heutigen Schreibens zu bestätigen, mit dem Sie mir eine Abschrift des aus der Anlage ersichtlichen Schreibens übersandten. Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung. Adenauer (Übersetzung) Anlage Brief des französischen Ministerpräsidenten an Präsident Hoffmann, der an Ersteren am selben Tage einen gleichlautenden Brief richet. Paris, den 23. Oktober 1954 Herr Präsident, Mit Ihrem heutigen Schreiben haben Sie mich wissen lassen, daß die Vertreter der Saarregierung im Grubenrat unverzüglich die Weisung erhalten werden, gemeinsam mit den Vertretern der französischen Regierung folgende Maßnahmen zu treffen: a) Die Personalangelegenheiten und sozialen Fragen werden stets einer dem Vorstand der Sa aiberqwerkc angehörenden saarländischer Persönlichkeit anvertraut werden. b) Es werden alle in Betracht kommenden Maßnahmen getroffen werden, um den Anteil der Saarländer an dem mit Verwaltungs- und technischen Aufgaben befaßten Personenkreis auf allen Stufen der organisatorischen Gliederung der Saarbergwerke zu steigern. Diese Maßnahmen werden im Rahmen der von der französischen Regierung verfolgten Politik getroffen, der Saar fortschreitend die volle Verantwortung lur die Gruben auf allen Gebieten zu überlassen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meinei ausgezeichnetsten Hochachtung. gez. Mendes-France Herausgeber- Dei Bundesminister der Justiz – Verlag: Bundesanzeicer-Verlaqs-GmbH.. BonnKoln – Druck: bundesdruckerei, Bonn Das Bundesgesetzblatt erscheint in :wei gesonderten Teilen, Teil und Teil II Laufender Bezug nur durrti die Post Bezugspreis: vierteljahrlich für Teil I ¦= DM 4 –, für Teil II = DM J.– (zuzüglich Zustellgebühr) Einzelstücke je angefangene 24 Seiten DM 0 40 (zuzüglich Versandgebühren) – Zusendung einzelner Stücke oer Streifband gegen Voreinsendung des erforderlichen Betiaqes auf Postscheckkonto "Bundesanzeiger-Verlags-GnbH -Bundesgesetzblatt" Kon 3 99 Preis dieser Ausgabe DM 1,60 zuzüglich Versandqebühren